Helmholtz & Friends


Die Herausforderung lateralen Führens

In der Helmholtz-Gemeinschaft wird in höchstem Maße kooperativ und in Querschnittskonstellationen gearbeitet. Dass hier Personen in koordinierenden und außerhalb der direkten Hierarchien stehenden Funktionen leiten müssen, gehört somit zum Alltag. Den besonderen Herausforderungen dieses lateralen Führens war ein kompakt Workshop am 25. April 2016 gewidmet.

Das Führen ohne Weisungsbefugnis gehört zum beruflichen Alltag in der Helmholtz-Gemeinschaft. Denn gerade für Helmholtz sind die großen Forschungsinfrastrukturen und interdisziplinären Kooperationen charakteristisch, durch die unzählige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Netzwerken und Teams arbeiten. Diese Personen stehen oft außerhalb der direkten Hierarchielinie, koordinieren bereichs- oder auch zentrenübergreifender Zusammenarbeit, agieren interdisziplinär oder sind im Transfer tätig, in translationaler Forschung etwa oder in Industriekooperationen, die von verschiedenen Institutionen gemeinsam und gleichberechtigt geführt werden.

Für mich etwa als Institutsgeschäftsführer ist laterale Führung täglich Realität. Wie geht man damit um, dass in Kooperationen nicht immer alle Beteiligten den gleichen Informationstand haben? Wie verschafft man sich Akzeptanz ohne jegliche disziplinarische Zugriffsmöglichkeit? Wie etabliert man gemeinsame Ziele, wie bespielt man die zahlreichen Schnittstellen? Denn lateral zu führen bedeutet mehr als nur Abstimmung oder Koordination. Im Kern geht es darum, auf andere Personen, andere Abteilungen oder andere Organisationseinheiten einzuwirken, um ein gemeinsames und oft auch übergeordnetes Ziel zu erreichen. Dies lässt sich analog zur Programmorientierten Förderung (POF) der Helmholtz-Gemeinschaft sehen, in der mehrere Zentren an verschiedenen Topics und Subtopics gemeinsam arbeiten, um ein übergeordnetes Ziel zu erreichen.

Laterale Führung ist daher nicht nur ein Thema für Stabsstelleninhaber, die per Definition außerhalb der Linienorganisation stehen, sondern mehr und mehr ein Thema für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Zentren. Auch Programmsprecher/-innen haben in die einzelnen Zentren hinein keinen disziplinarischen Durchgriff und keine Mitarbeiterverantwortung im klassischen Sinne. Sie müssen ebenso mit Werkzeugen der lateralen Führung – insbesondere auf Basis von Verständigung, Überzeugung und Vertrauen – die Ziele des gemeinsamen Programms erreichen.

Dies ist auf fast alle Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen und auch auf technisch-administratives Personal übertragbar, da in der Regel die Arbeit auch hier nicht in der eigenen Abteilung endet – im Gegenteil!

Im Rahmen des Helmholtz & Friends kompakt Workshop zum Thema „Laterale Führung“, der unter der Leitung des Trainers und Managementberaters Andreas von Oertzen am 25. April 2016 in der Berliner Geschäftsstelle der Helmholtz-Gemeinschaft stattfand, identifizierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einige Punkte, die für das Führen ohne Weisungsbefugnis charakteristisch sind. Gemeinsam arbeiteten wir heraus, wie wichtig es ist, dass alle Beteiligten über die relevanten Informationen verfügen, dass ein gemeinsamer Denkrahmen und eine tragfähige Verbindung der unterschiedlichen Interessen geschaffen werden.  Ich habe durch den Workshop viele neue  Denkanstöße erhalten und werde an der Thematik weiter arbeiten. Zudem hat der Tag Spaß gemacht und wir haben viel gelacht.

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