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Elke Barnstedt über Talentmanagement und Nachwuchsförderung in der Wissenschaft

Talentmanagement spielt eine große Rolle in der Helmholtz-Gemeinschaft. Hier beschreibt Elke Barnstedt, Vizepräsidentin für Personal und Recht am KIT, warum strategisches Talentmanagement in der Wissenschaft so wichtig ist.

Warum ist auch in der Wissenschaft ein strategisches Talentmanagement heutzutage unabdingbar?

Talentierte und motivierte Beschäftigte sind die wichtigste Säule für den Erfolg einer Forschungseinrichtung. Insbesondere der wissenschaftliche Nachwuchs treibt Forschung und Innovation voran und ist ein belebendes Element in der Lehre. Ein strategisches Talentmanagement ist ein essentielles Fundament, um die Besten zu erkennen, zu fördern und im Wissenschaftssystem zu halten oder aber für Führungsaufgaben in Wirtschaft und Gesellschaft zu qualifizieren. Das strategische Talentmanagement hat dabei die einzelne Person aber auch die Wissenschaftsorganisation im Fokus. Jede/r gut ausgebildete Nachwuchswissenschaftler/-in aber auch jede/r weitere Beschäftigte ist, auch wenn er/sie die Forschungseinrichtung verlässt, ein/e Botschafter/-in für die Forschungsreinrichtung.

Wie können die Wissenschaftsorganisationen ihren Nachwuchs in der Karriereplanung noch besser unterstützen?

Eine aktive Förderung und Personalplanung ist ein Gewinn für den Nachwuchs aber auch für die Forschungseinrichtung selbst. Deshalb ist ein strategisches und individuelles Fort- und Weiterbildungsangebot ein unverzichtbares Element zur Förderung des Nachwuchses. Hinzukommen müssen aber auch persönliche Beratungen gerade für den wissenschaftlichen Nachwuchs bei der Planung des individuellen Karriereweges. Dies soll  in den regelmäßigen Mitarbeitergesprächen und durch übergreifende Beratungsangebote geschehen. Insbesondere dem wissenschaftlichen Nachwuchs soll Gelegenheit zu Auslandsaufenthalten gegeben werden. Unabdingbar sind auch gute Bedingungen für eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Basierend auf Ihren persönlichen Erfahrungen: Was zeichnet eine gute Führungskraft in der Wissenschaft aus?

Eine gute Führungskraft zeichnet sich dadurch aus, dass er/sie bereit ist, Führungsverantwortung für seine/ihre Mitarbeiter/-innen zu übernehmen, durch sein/ihr großes fachliches Wissen einschätzt, wie und wo er/sie seine/ihre Mitarbeitenden einsetzen kann und zu guter Letzt durch sein/ihr eigenes vorbildhaftes Verhalten. Er/sie soll die ihm/ihr zugeordneten Beschäftigten fördern und fordern, durch Lob und Kritik ein Feedback geben sowie individuell begleiten. Die gemeinsame Arbeit soll geprägt sein von einer offenen Kommunikation und der Offenheit für Neues. Diversität und Chancengleichheit von Frauen und Männern werden bedacht und das eigene Verhalten kritisch hinterfragt. Gerade in einer Forschungseinrichtung mit der außergewöhnlich großen in Art. 5 Abs. 3 GG gewährleisteten Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre ist ein ethisch verantwortungsvolles und -bewusstes Verhalten für eine Führungsperson unverzichtbar.

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