Helmholtz & Friends


„Für uns ist internationale Zusammenarbeit eine Selbstverständlichkeit“ – Christian Stegmann im Interview

Der Nachwuchs in der Wissenschaft stellt heute andere Anforderungen als die vorherigen Generationen. Für junge Wissenschaftler/innen ist besonders die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiges Thema – diese Erfahrung macht Christian Stegmann, Leiter des DESY Standorts in Zeuthen.

Wenn Christian Stegmann über wissenschaftlichen Nachwuchs spricht, dann weiß er genau, was er sagt. Als Topicsprecher im Forschungsbereich „Materie“ vertritt er die Astroteilchenphysik in der Helmholtz-Gemeinschaft und setzt sich für die Rekrutierung und Förderung von internationalen Spitzenwissenschaftlern auf mehreren Ebenen ein. Deshalb ist er unter anderem seit einigen Jahren Mitglied im Auswahlpanel für die Helmholtz-Nachwuchsgruppenleiter/innen und in mehreren Gutachter- und Beratergremien für weitere Ausschreibungen des Impuls- und Vernetzungsfonds aktiv.

Nachdem Christian Stegmann 1992 seine Diplomarbeit am HERA-Beschleuniger des DESY Hamburg abgeschlossen hatte, forschte er 1992 bis 1995 bei einem Auslandsaufenthalt am CERN in Genf. Im Anschluss an seine Promotion an der Universität Freiburg kam der Teilchenphysiker 1995 für den Bau und Betrieb von Spurkammern für das HERA-B Experiment als Fellow an den DESY Standort in Zeuthen. 2006 nahm er den Ruf an die Universität Erlangen-Nürnberg als W2-Professor für Experimentalphysik und 2008 als W3-Professor für Physik an. Als 2011 in Zeuthen das Forschungsfeld von Teilchenphysik auf Gammastrahlungs- bzw. Neutrinoastronomie verlegt wurde, übernahm er die Leitung des DESY-Standorts Zeuthen und ist damit der Vertreter des DESY-Direktoriums in Zeuthen. Zeitgleich nahm er auch den Ruf der Universität Potsdam für eine Professur in Astroteilchenphysik an und erhält dadurch auch immer wieder frische Eindrücke davon, wie sich der wissenschaftliche Nachwuchs entwickelt.

Das Beitragsbild zeigt übrigens eine der vielen internationalen Kooperationen des DESY Zeuthen. Die H.E.S.S.-Teleskope im Khomas Hochland von Namibia werden von einer internationalen Gruppe von 250 Physikerinnen und Physikern betrieben, um hochenergetische kosmische Gammastrahlung zu beobachten und dadurch etwas über komplexe Prozesse im Universum zu lernen. So werden mit den Teleskopen z.B. die Überreste von Supernovae oder auch die Umgebungen von supermassiven schwarzen Löchern gesichtet.

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