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Kommunikation: Vier Arten der Konfliktlösung

Konflikte gehören zum beruflichen Alltag. Hier werden verschiedene Strategien vorgestellt, mit denen man sie angehen kann. Und wann diese Strategien passen und wann eben nicht.

Im Job sind Konflikte unvermeidlich. Gerade hier fällt es so manchem schwer, sachlich zu bleiben. Aber es gibt verschiedene Strategien, Differenzen und Konflikte auf der Arbeitsebene zu lösen. Nicht jede Strategie taugt für jede Situation. Hier die wichtigsten Lösungsansätze von der Konfliktberaterin Ursula Wawrzinek.

Sich durchsetzen: Sich klar für seine Interessen einsetzen, diese deutlich, wenn auch freundlich vertreten, und nicht sofort einlenken, wenn andere das Problem vom Tisch haben wollen.

  • Passende Situationen: wenn es um wichtige persönliche Interessen und Karrierefragen geht; wenn man an der Ausführung der Arbeit gehindert wird, zum Beispiel durch ständig redende Kollegen oder zu viele Aufgaben; wenn man fachliches Know-how hat, das andere nicht haben, und man Fehler oder Fehlentscheidungen abwenden will.
  • Nicht passende Situationen: wenn es um persönliche Abneigungen einem Teammitglied und seinem Arbeitsstil gegenüber geht; wenn die Streitpunkte letztlich unwichtig sind; wenn das Thema sensibel ist (zum Beispiel Absprache mit erkranktem Kollegen) oder die Stimmung schon sehr schlecht ist.

Sich anpassen: Das Problem sehen, sich auch ärgern oder genervt fühlen, aber sich bewusst dafür entscheiden, einzulenken.

  • Passende Situationen: bei Lappalien, auch wenn sie einen stören; bei ausgewiesen „schwierigen Kollegen“, wenn keine Zeit ist, weil Projekte fertig werden müssen; bei Problemen, die so komplex sind, dass sie sich nicht durch Gespräche lösen lassen.
  • Nicht passende Situationen: wenn das Thema für einen selber wichtig ist und der Konflikt die Ausübung der Arbeit verhindert.

Einen Kompromiss schließen: Jeder legt seine Wünsche auf den Tisch und man sucht den kleinsten gemeinsamen Nenner. Vorsicht: Pragmatiker sind oft Kompromissler. Manchmal haben sie damit recht, manchmal übersehen sie, dass es eine passendere Lösung gäbe.

  • Passende Situationen: bei Zeitabsprachen, Terminabsprachen, Urlaubsregelungen und anderen kleinen, organisatorischen Dingen; bei Reibereien, die man leicht beilegen kann, wenn jeder eine kleine Sache ändert; bei Lappalien wie „Fenster auf oder zu“ oder Ähnlichem; bei Geldverhandlungen, bei denen man sich in der Mitte trifft.
  • Nicht passende Situationen: wenn es um emotionale Prozesse geht, zum Beispiel, wenn zwei Geschäftspartner sich trennen; wenn man Zeit hat und um ein wichtiges Projekt verhandelt.

Kooperieren: Zwei Leute, die einen Konflikt haben, so lange miteinander verhandeln, bis eine Lösung gefunden ist, die sich für beide nach einem Gewinn anfühlt. Gilt als Königsdisziplin, kostet aber Zeit.

  • Passende Situationen: wenn es um langfristige Planungen und emotionale Prozesse geht, zum Beispiel bei Trennung eines Teams oder dem Verkauf eines Geschäftes; wenn zwei unterschiedliche Typen, beide hochqualifiziert, sich in ihrer unterschiedlichen Persönlichkeit blockieren, obwohl sie sich eigentlich bereichern könnten.
  • Nicht passende Situationen: wenn Führungskräfte die Aufgabenverteilung diktiert haben; wenn wenig Zeit ist oder wenn es um kleine Probleme geht.

Hier geht’s zum Beitrag auf Psychologie heute.

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