Helmholtz & Friends


Mentoring: Weibliche Talente in Führung bringen

Das Helmholtz-Mentoring-Programm „In Führung gehen“ qualifiziert und motiviert den weiblichen Nachwuchs für Führungspositionen. Sie werden auf künftige Führungs- und Managementaufgaben vorbereitet und lernen den Aufbau eines Netzwerks an karriereentscheidenden Kontakten.

 Auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragten der Helmholtz-Zentren ging 2005 mit „Netzwerk-Mentoring“ das erste Mentoring-Programm der Helmholtz-Gemeinschaft an den Start. Mentoring sollte zu einem strategischen Instrument der Karriereförderung von Frauen bei Helmholtz werden. Denn strategisches Talentmanagement gehört zu den Hauptaufgaben der Helmholtz-Gemeinschaft. Und Chancengleichheit bei der Karriereentwicklung sowie die Übernahme von Führungsaufgaben sind dafür eine wesentliche Voraussetzung.

Das Mentoring-Programm wurde zunächst bis 2008 vom Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) erfolgreich aufgebaut. 2009 übernahm dann die Geschäftsstelle der Helmholtz-Gemeinschaft die Verantwortung für das Helmholtz-Mentoring-Programm für weibliche Nachwuchskräfte. Mit „In Führung gehen“ – so der Name heute – ist das Mentoring-Programm jetzt Teil des Helmholtz-Strategieprogramms zur Chancengleichheit. Finanziert wird es aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds des Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft. Es wird zentral angeboten und fortlaufend weiterentwickelt.

Das Programm ist fest in der Struktur der Gemeinschaft verankert. Eine Empfehlung zur Teilnahme durch Vorgesetzte ist für interessierte Teilnehmerinnen nicht erforderlich. Sie können sich selbst bewerben. Die Auswahl der Teilnehmerinnen erfolgt über einen Lenkungsausschuss, der von Karsten Beneke, kaufmännischer Vizepräsident der Helmholtz-Gemeinschaft und administrativer Geschäftsführer des Forschungszentrums Jülich, geleitet wird. Im Lenkungsausschuss stimmberechtigt und aktiv an der Auswahl beteiligt sind auch Vertreterinnen des Arbeitskreises Frauen in Forschungszentren (akfifz) – ein Zusammenschluss der Gleichstellungsbeauftragten aller Helmholtz-Zentren – sowie Alumnae des Mentoring-Programms.

Mit „In Führung gehen“ werden talentierte und hoch qualifizierte Frauen aus Wissenschaft und Verwaltung der Helmholtz-Zentren auf künftige Führungsaufgaben vorbereitet. Mitarbeiterinnen aus Administration und Wissenschaft besuchen gemeinsam Weiterbildungsmaßnahmen und Schulungen. Denn wesentliches Ziel des Programms ist auch die Vernetzung der Teilnehmerinnen untereinander sowie der Aufbau eines Frauennetzwerks innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft.

Mentorinnen und Mentoren sind weibliche und männliche Führungskräfte aus Helmholtz-Zentren, Wissenschaftsorganisationen und der freien Wirtschaft. Sie beraten und unterstützen die Mentees bei der Karriereplanung und dem Aufbau eines gut funktionierenden Netzwerkes. Dies gilt sowohl für die Vernetzung innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft, als auch für die mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Wissenschaftseinrichtungen und der wissenschaftsnahen Industrie. Zur professionellem Unterstützung stehen den Mentorinnen und Mentoren Fachinformationen und Schulung über Mentoring zur Verfügung.
Wichtige Eckpfeiler des einjährigen Mentoring-Programms sind: die Anbahnung und Unterstützung einer Mentoring-Beziehung, die Auftakt- und Abschlussveranstaltungen sowie die Qualifizierungsworkshops.

Die Qualifizierungsworkshops: In drei zweitägigen Qualifizierungsworkshops lernen die Mentees, sich mit den zentralen Aspekten auseinanderzusetzen, mit denen Frauen meist auf ihrem Weg in Führungspositionen konfrontiert werden. Hierzu gehören Mitarbeitergespräche ebenso wie Konfliktmanagement oder der Rollenwechsel von der Kollegin hin zur Vorgesetzten. Die Workshops sind keine Standardschulungen. Ihre Inhalte richten sich nach den vorab erhobenen Bedarfen der jeweiligen Mentees. Das bedeutet: Jedes Jahr wird ein ganz individuelles Programm konzipiert, das sich eng an den konkreten Anforderungen des jeweiligen Mentee-Jahrgangs orientiert. Zusätzlich können die Mentees ein persönliches Coaching abrufen. In sechs Coaching-Stunden werden Themen bearbeitet, die von den Mentees für ihre eigene berufliche Entwicklung als wichtig angesehen werden. Typische Themen sind hier: die Vorbereitung auf die neuen Aufgaben, Konfliktsituationen meistern oder die Anforderungen von Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren.

Die Netzwerktreffen: Um eine nachhaltige und übergreifende Vernetzung zu fördern, findet alljährlich ein zweitägiges Netzwerktreffen für Mentees, Mentorinnen/Mentoren und Alumnae aller Jahrgänge statt. Am ersten Veranstaltungstag können ganztägige Schulungen besucht werden. Am zweiten Tag greifen Vorträge und Podiumsdiskussionen aktuelle Themen auf.  Auf den Netzwerktreffen werden zudem zahlreiche wertvolle Kontakte geknüpft und gepflegt. Erfahrungsgemäß werden die Veranstaltungen auch von den Alumnae sehr gerne für das individuelle Networking genutzt. Zunehmend werden Alumnae als Mentorinnen und Podiumsgäste für Veranstaltungen der Helmholtz-Gemeinschaft angefragt. Auffallend ist die große Bereitschaft und Offenheit der ehemaligen Mentees, das Mentoring-Programm zu unterstützen. Auf ihre Motivation angesprochen, geben sie an, dass sie mit ihrem Engagement gerne etwas von der Wertschätzung zurückgeben möchten, die ihnen im Programm selbst entgegengebracht wurde.

Der Newsletter: Ein regelmäßig erscheinender Newsletter unterstützt den kommunikativen Austausch im Netzwerk. Mit Fachartikeln informiert er die Leserschaft über Themen, die für ihre tägliche Arbeit in Wissenschaftsorganisationen relevant sind. Schwerpunkte bilden hier unter anderen die Themen: Chancengleichheit, Diversity, Wissenschaftsmanagement und Karriereentwicklung. Außerdem weist der Newsletter auf besondere Veranstaltungen hin und berichtet über berufliche Erfolge der Mentoring-Teilnehmerinnen und Alumnae. Denn die Erfolge des Mentoring-Programms sind offensichtlich. So gibt es mittlerweile zahlreiche ehemalige Mentees, die zu Professorinnen an Hochschulen berufen wurden oder Leitungspositionen im Wissenschaftsmanagement wie auch in der Wirtschaft übernommen haben.

Mit Qualitätschecks und Feedback stets nah dran an der Zielgruppe 

Mit regelmäßigen Qualitätschecks sorgt die Helmholtz-Gemeinschaft dafür, dass das Mentoring-Programm auch tatsächlich seinen hohen Ansprüchen genügt. So wurde das Programm 2008 von dem Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmen prognos AG evaluiert und konzeptionell überarbeitet. Wichtiges Ergebnis dieser Evaluation war unter anderem, dass mit dem Start von „In Führung gehen“ ein auf den jeweiligen Jahrgang zugeschnittenes Schulungsprogramm angeboten wird. Zudem wurde ein individuelles Coaching in das Angebot für die Mentees aufgenommen. Seit 2010 findet auch ein Feedback am Ende des Programms statt. Die Erkenntnisse aus dieser Fragebogenerhebung bei allen Teilnehmenden werden bei der alljährlichen Überarbeitung des Programms berücksichtigt und fließen in die Konzeption des Programms für den folgenden Jahrgang mit ein.

Mit seinem systematischen Mentoring-Ansatz gelingt es der Helmholtz-Gemeinschaft zunehmend, weibliche Talente in die richtige Startposition für Führungsaufgaben in Wissenschaft und Wirtschaft zu bringen. 

Das Mentoring-Programm stößt bei der Zielgruppe auf sehr große Resonanz. Die Bewerberinnenzahlen bewegen sich seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau. Auf die verfügbaren 30 Plätze gehen regelmäßig über 90 Bewerbungen ein. Die Mehrheit der Mentees und Mentorinnen/Mentoren gibt bei der Fragebogenevaluation an, mit der Konzeption und Umsetzung des Programms insgesamt sehr zufrieden zu sein.

Die Mentorinnen/Mentoren betonen in den Fragebögen, insbesondere aus intrinsischen Gründen für die Übernahme einer Mentorenschaft motiviert zu sein. Hauptgründe sind hier unter anderem: Interesse an Nachwuchsförderung und Gleichstellung sowie Zukunftssicherung. Die Mentees sind vor allem daran interessiert, ihr berufliches Netzwerk und ihre Sozialkompetenzen zu erweitern. Sie geben zudem an, dass sie die Themenvielfalt schätzen, die im Programm angeboten wird. So könnten möglichst vielfältige individuelle Bedarfe gedeckt werden.

Auch das begleitende Workshop-Programm wird von den Mentees immer wieder als hervorragend bewertet. Die Tatsache, dass es keine Standardschulungen gibt, sondern individuelle Angebote, die auf den jeweiligen Jahrgang zugeschnitten sind, werden von den Mentees als besonders positiv bewertet. Die Mentorinnen und Mentoren wiederum schätzen die Mentorenschulungen sehr, weil ihnen hier weitergehende Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Mentorinnen/Mentoren ermöglicht werden.
Die Netzwerkbildung nimmt Fahrt auf. Alumnae engagieren sich in vielfältiger Weise, empfehlen das Programm weiter und bleiben dem Frauennetzwerk verbunden. Auch gibt es zunehmend externe Interessenten für das Programm. Vor allem Organisationen aus dem Wissenschaftsbereich sind an Unterstützung interessiert für den Aufbau ihrer eigenen Mentoringangebote.
Aber auch Recruiter und Führungskräfte aus Wirtschaft und Wissenschaft, die intensiv nach Kandidatinnen für ihre freien Stellen suchen, wenden sich vermehrt an die  Geschäftsstelle der Helmholtz-Gemeinschaft.

Als abschließendes Resümee bleibt festzuhalten: Mit seinem systematischen Mentoring-Ansatz gelingt es der Helmholtz-Gemeinschaft zunehmend, weibliche Talente in die richtige Startposition für Führungsaufgaben in Wissenschaft und Wirtschaft zu bringen.

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