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Michael Ganß über Talentmanagement und Nachwuchsförderung in der Wissenschaft

Talentmanagement spielt eine große Rolle in der Helmholtz-Gemeinschaft. Hier beschreibt Michael Ganß, Kaufmännischer Geschäftsführer am HZG, warum strategisches Talentmanagement in der Wissenschaft so wichtig ist.

Warum ist auch in der Wissenschaft ein strategisches Talentmanagement heutzutage unabdingbar?

Wissenschaft lebt mehr als alle anderen Bereiche von den Köpfen, die sie tragen und betreiben. Das gilt nicht nur für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sie direkt betreiben, sondern auch für alle, die das Umfeld gestalten, in dem Wissenschaft stattfindet. Die Wissenschaft steht mehr als alle anderen Bereiche auch für globale Kommunikation und Kooperation. Damit befindet sich die Wissenschaft auch global im Wettbewerb um die besten Köpfe. Wer also als Organisation erfolgreich Wissenschaft und Spitzenforschung hervorbringen will, muss seine wichtigste Ressource strategisch managen. Für uns in der Helmholtz-Gemeinschaft bedeutet das, Talente  zu gewinnen, und mit Blick auf ihre Karriere zielgerichtet, nachhaltig und konsequent zu entwickeln und zu fördern. Darum brauchen wir strategisches Talentmanagement.

Wie können die Wissenschaftsorganisationen ihren Nachwuchs in der Karriereplanung noch besser unterstützen?

Ein wichtiger Faktor ist aus meiner Sicht kontinuierliche und strukturierte Begleitung. In der Karriereentwicklung gibt es oftmals Weichen, auf die man nicht unvorbereitet treffen sollte. Wissenschaftliche Excellenz ist unabdingbar für eine wissenschaftliche Karriere, muss aber in der heutigen Zeit zunehmend auch durch andere Kenntnisse und Fähigkeiten ergänzt werden. Dies gilt umso mehr für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die das Wissenschaftssystem aus unterschiedlichen Gründen wieder verlassen. Neben der traditionellen fachlichen Betreuung und Unterstützung müssen wir den bereits eingeschlagenen Weg der strukturierten Betreuung und Unterstützung konsequent ausbauen, insbesondere in der Zeit nach der Promotion. Ich denke, dass hierfür eine gute Mischung von individueller und regelmäßiger Betreuung durch die Führungskraft, das Angebot von Karrierepfaden und die gleichzeitige Unterstützung im Rahmen von begleitenden Qualifikations-, Mentoring- und Coachingmaßnahmen zu einer weiteren Optimierung führen kann.

Basierend auf Ihren persönlichen Erfahrungen: Was zeichnet eine gute Führungskraft in der Wissenschaft aus?

Führen heißt unter anderem, Ziele setzen und Ressourcen konzentrieren. Wissenschaft heißt unter anderem hohe Freiheitsgrade. Das wird leider oftmals als Widerspruch empfunden. Einer guten Führungskraft in der Wissenschaft gelingt es, diesen vermeintlichen Widerspruch durch Überzeugung so zu managen, dass ein gemeinsames Ziel erreicht wird, dass eine einzelne Person trotz aller persönlichen wissenschaftlichen Excellenz alleine nicht hätte erreichen können. Dauerhaft ist das meines Erachtens nur möglich, wenn dabei ein Gleichgewicht zwischen der persönlichen Sichtbarkeit und Karriereentwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und dem Gesamterfolg der Organisation erzeugt wird. Und damit sind wir auch wieder beim Talentmanagement.

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