Helmholtz & Friends

Das Podium diskutiert zeitgemäßes Mentoring.

Podiumsdiskussion: Was leistet ein zeitgemäßes Mentoring?

Ist Mentoring als Instrument der Frauenförderung noch zeitgemäß? Auf der Veranstaltung der Helmholtz-Gemeinschaft am 7. März 2017 wurde auf dem Podium und in Gruppen diskutiert, was ein Mentoring heute eigentlich (noch) leisten kann.

Mentoring ist ein etabliertes Instrument der individuellen Karriereentwicklung und wird im deutschen Wissenschaftssystem zumeist auch mit dem Ziel der Frauenförderung eingesetzt. Was es heute braucht, um Chancengleichheit in den Institutionen zu fördern und welche Rolle Mentoring dabei (noch) spielt, dies war Thema einer Podiumsdiskussion, die am 7. März 2017 im Rahmen des Helmholtz-Frauen-Mentoring-Programms „In Führung gehen“ stattfand.

Heike Graßmann, administrative Geschäftsführerin des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), teilte  in ihrem Grußwort ihre persönliche Erfahrungen als Mentorin. Auf dem Podium diskutierten anschließend Katrin Klink (Leitung Stabsstelle Diversity im KIT), Kathrin Mahler Walther (EAF Berlin, Vorstandsmitglied Deutsche Gesellschaft für Mentoring), Jan Brecke (Executive Coach und ehemaliger Mentor im Programm) und Martina von der Ahe (Sprecherin des Arbeitskreises der Gleichstellungsbeauftragten der Helmholtz-Gemeinschaft). Moderiert wurde die Diskussion von Jennifer Schevardo, Referentin der Helmholtz-Geschäftsstelle.

Dass Mentoring grundsätzlich eine gute Sache ist, davon waren die Teilnehmer/innen der Podiumsdiskussion überzeugt. Die Meinungen gingen jedoch auseinander, inwieferen es ein spezifisches Instrument zur  Frauenförderung sein solle. Grundsätzlich sei ein Diversity-Ansatz zu bevorzugen, der unterschiedliche Blickwinkel auf Fragen der Arbeitskultur und Karriereentwicklung öffne. Wie schwierig es ist, aus diesen Ansätzen den vermeintlich besseren auszuwählen zeigte auch eine Abstimmung im Publikum: auf die Frage, ob das bestehende Helmholtz-Mentoring-Programm für männliche Teilnehmer geöffnet werden sollte, stimmten etwas 50% der Veranstaltungsgäste dafür und etwa 50% dagegen.

Mentoring Podiumsdiskussion. Foto: Gundula Krause
Zeitgemäßes Mentoring – Veranstaltung. Foto: Gundula Krause

Abgesehen von der Frage, auf welche Zielgruppe Mentoring ausgerichtet sein sollte, wurde auch diskutiert, inwiefern solche Programme über den Effekt auf die Mentees hinaus in die Organisationen hineinwirken können. Auf dem Podium war man sich einig, dass Mentoring für die Institutionen von großem Wert sein kann, dies jedoch nur, wenn das Top Management einen solchen Transfer eindeutig wünscht und befördert.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion wurden einzelnen Aspekte in Gruppengesprächen vertieft. Zur Frage der Wirksamkeit von Mentoring wurde hier etwa vor allem auf die individuelle Dimension, also den Effekt der Karriereunterstützung, verwiesen. Dass nicht jede/r, der/die ein Mentoring durchläuft, danach in eine Führungsposition möchte, würde die Nützlichkeit von Mentoring nicht mildern. Manchmal müsse man eben erst ein Mentoring durchlaufen, um zu merken, dass man sich für eine höhere Position interessiert; andere wiederum würden im Gegenteil erst durch die Maßnahme herausfinden, dass genau dies nicht zu ihnen passt. Betont wurde auch, dass ein aktiver Einsatz der Personalentwicklungen für den Rückfluss von Effekten in die Organisation eminent wichtig sei.

 

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