Helmholtz & Friends

Tania Lieckweg bei der Helmholtz-Akademie am Flipchart. Foto: David Ausserhofer

Reinhard Hüttl über Talentmanagement und Nachwuchsförderung in der Wissenschaft

Talentmanagement spielt eine große Rolle in der Helmholtz-Gemeinschaft. Hier beschreibt Reinhard Hüttl, Leiter des Wissenschaftlichen Vorstands am GFZ, warum strategisches Talentmanagement in der Wissenschaft so wichtig ist.

Warum ist auch in der Wissenschaft ein strategisches Talentmanagement heutzutage unabdingbar?

Wissenschaft gehört zu den Feldern, in denen der wichtigste Standortfaktor die kreativen Köpfe sind. Zugleich ist die Wissenschaft nicht nur globaler geworden, sondern vor allem auch enger vernetzt mit immer kürzeren Reaktionszeiten. Standorte konkurrieren um die besten Köpfe, die sich wiederum sofort über ihre Kollegenschaft ebenso wie über alle möglichen Randbedingungen informieren können. Gute Leute anheuern reicht nicht, man muss ihnen auch ein anziehendes Umfeld bieten: Dazu zählen moderne Labore, eine lebendige und attraktive Arbeitsumgebung oder ein schöner Campus und nicht zuletzt auch Dinge wie Kinderbetreuung, internationale Schulen und Kulturangebote. Außerdem gehört zum Talentmanagement auch, den Talenten eine Perspektive zu bieten.

Wie können die Wissenschaftsorganisationen ihren Nachwuchs in der Karriereplanung noch besser unterstützen?

Für mich ist der Schlüsselbegriff hier nochmals Perspektive: Junge Menschen brauchen Chancen und Perspektiven, die sie klar erkennen können. Eine Perspektive in der weiteren Karriere muss gar nicht unbedingt am eigenen Institut liegen, aber durch Weiterqualifikation, Vermittlung von Soft Skills oder Gastaufenthalten können Wege gebahnt werden. Hinzu kommen klassische Werkzeuge wie Mentoring oder gezielte Förderung von Frauen bzw. der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Basierend auf Ihren persönlichen Erfahrungen: Was zeichnet eine gute Führungskraft in der Wissenschaft aus?

Auf Englisch sagt man „’A’ people hire ‘A’ people, and ‘B’ people hire ‘C’ people“. Eine gute Führungskraft sucht also die A-Leute. Wichtig ist die Fachkompetenz, denn aus ihr erwächst eine natürliche Autorität. Hinzu kommt Entscheidungsfähigkeit – am Ende des Tages muss jemand klar sagen, wo es lang geht. Und, das muss ich leider auch sagen, die Bereitschaft mehr als 40 Stunden zu arbeiten. Das ist heute immer noch so.

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